Anonymous – Datenklau bei der NATO

Die Hackerbewegung Anonymous sorgt erneut für großen Wirbel: Nun behauptet die Community, sie wäre in Nato-Server eingedrungen und hätte dort streng geheime Dokumente gestohlen. Das gab Anonymous über die Social-Media-Plattform Twitter bekannt. Sie sollen im Besitz von mehr als einem Gigabyte Daten vom Militärbündnis sein und möchten in naher Zukunft auch Auszüge veröffentlichen. Das gesamte Material vorzulegen kommt für die Hacker aber nicht in Frage – das würde schließlich auch die Sicherheit vieler militärischer Operationen und Staaten gefährden und wäre daher nicht zu verantworten.

Sicherheitsexperten der Nato prüfen derzeit, ob es sich um heiße Luft oder einen erfolgreichen Hackerangriff handelt. Um zu beweisen, dass ihnen der Angriff auf die streng geschützten Militär-Server gelungen ist, veröffentlichte Anonymous bereits zwei Dokumente: Eine nicht geheime Maßnahmenliste zur Computersicherheit aus dem Jahr 2002 und ein vertrauliches Dokument über den Nato-Einsatz im Kosovo.

Allzu sicher sind die Militär-Server anscheinend nicht: Bereits Anfang Juli soll sich eine andere Hackergruppe namens „Ink3ctpr“ in die Rechner eingehackt und mehr als 2.000 Dateien kopiert haben. 

Die Nato nimmt den möglichen Angriff nicht auf die leichte Schulter, schließlich steht mit einer Veröffentlichung der Dokumente die Sicherheit der Nato-Verbündeten, Streitkräfte und Bürger in Gefahr. Am vergangen Dienstag wurden bereits 21 mutmaßliche Mitglieder der Hackervereinigung in den USA, Großbritannien und den Niederlanden festgenommen. Ihnen drohen Haftstrafen von jeweils fünf bis zehn Jahren und Geldstrafen von jeweils 250.000 US-Dollar, rund 176.000 Euro. 

Trotz den Verhaftungen und hohen Strafen kündigten die Hacker an, weiter Internetseiten von Regierungseinrichtungen und Unternehmen zu attackieren. Im Mittelpunkt ihrer Bemühungen steht dabei, die Bürger über die Lügen und geheimgehaltenen Pläne verschiedener Regierungen aufzuklären. Bekannt geworden war die lose Vereinigung, die keine Führung, keine feste Organisation und keine Zentrale hat, durch die erst kürzlich zurückliegenden Angriffe gegen Visa und den Internet-Bezahldienst PayPal. Hintergrund dieser Attacke war, dass die beiden Unternehmen die Zusammenarbeit mit Wikileaks beendeten und so hohe Geldsummen, die bereits auf ihre Konten eingegangen waren und als Spende für die Enthüllungsplattform gedacht waren, veruntreuten.

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