
Kriminalität © Gina Sanders - Fotolia.com
In den neunziger Jahren ist die Kriminalität in Deutschland stets gestiegen. Auf diese Entwicklung haben viele Bürger mit Angst, Ohnmacht und Ratlosigkeit reagiert. Doch in dieser Zeit hat sich in Deutschland auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass für die Eindämmung oder gar Verhinderung von Kriminalität nicht ausreicht, wenn sich ein jeder darauf verlässt, dass die staatlichen Behörden ihre gesetzlichen Aufgaben erfüllen. Auch ist es nicht genug, wenn die Menschen vorsichtig und – noch schlimmer – misstrauisch durchs Leben gehen. Den Beispielen aus anderen Länder Europas folgend, gründeten sich vieler Orts erste kriminalpräventive Räte. „Kommunaler Präventionsrat“, „Runder Tisch Sicherheit“, „Arbeitskreis Kriminalprävention“ – Bezeichnungen dafür gibt es viele. Die Grundidee ist aber überall die gleiche gewesen: die Kommunen begannen, ihre Ressourcen zu bündeln. Bewohner engagierten sich selbst gegen die Kriminalität und auch an der Verhinderung von Straftaten mitzuwirken.
Eine solche Initiative gibt es auch in Bielefeld schon seit dm Jahr 1995. Damals gründete sich der Sozial und Kriminalpräventiver Rat Bielefeld (SKPR). Es handelt sich dabei um ein handlungsorientiertes Instrument verwaltungsgestützter bürgerschaftlicher Selbstverwaltung. Die Trägerschaft bilden die Stadtverwaltung Bielefeld, die Universität Bielefeld und die örtliche Polizei.
In der Anfangszeit des SKPR stand das Thema “Gewaltprävention” im Mittelpunkt der meisten Projekte. Erklärtes Ziel des SKPR war es, möglichst umfassend Projekte zu initiieren und durchzuführen, die den konkreten Lebenslagen und Bedürfnissen vor Ort entsprachen. Mittlerweile werden in Bielefeld unterschiedliche Projekten und Kursen.
Doch anders als die kriminalpräventiven Räten anderer Kommunen hat der SKPR seinen Wirkungskreis um den sozialen Ansatz erweitert. Er will nicht mehr mehr nur als Koordinationsstelle zur Kriminalitätsvorbeugung dienen, sondern auch als Gestaltungskoordinator für ein “soziales Miteinander”. So haben die Projekte das Ziel, nicht nur gesellschaftliche Spannungen und Konfliktpotenziale zwischen Bevölkerungsgruppierungen abzubauen. Auch will man im SKPR jegliche Formen gesellschaftlicher Ausgrenzung überwinden und Teilhabechancen der Bürgerinnen und Bürger an sozialpolitischen, kulturellen und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten sichern.
Die besondere Zielstellung der Arbeit im SKPR ist klar: Es gilt, die kommunale Wohn- und Lebensqualität in Bielefeld für alle Bürger weiter zu verbessern.